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EMPFEHLUNG ZUR MAXIMALEN ANZAHL ZU
TRANSFERIERENDER EMBRYONEN
GEMEINSAME EMPFEHLUNG DER ÖSTERREICHISCHEN GESELLSCHAFT FÜR
REPRODUKTIONSMEDIZIN UND ENDOKRINOLOGIE, DER ÖSTERREICHISCHEN IVF
GESELLSCHAFT UND DER Österreichische
Gesellschaft für Sterilität, Fertilität und Endokrinologie
Spontan eingetretene Schwangerschaften sind gewöhnlich
Einlingsschwangerschaften. Bei einer Kinderwunschbehandlung besteht
ein vergleichsweise höheres Risiko, dass es zu einer
Zwillingsschwangerschaft kommt, in seltenen Fällen erwartet die Frau
sogar mehr als zwei Kinder. Diese Mehrlingsschwangerschaften
bedeuten ein höheres Risiko für die Mutter und die Kinder.
Die Häufigkeit von Mehrlingen ist von mehreren Faktoren abhängig,
einer davon ist die Anzahl der transferierten Embryonen. Da bereits
eine Zwillingsschwangerschaft mit einem deutlich höheren
geburtshilflichen und perinatalen Risiko behaftet ist, sollte das
Ziel jeder reproduktionsmedizinischen Maßnahme die
Einlingsschwangerschaft sein. In jedem Fall muss aber versucht
werden, die Entstehung von höhergradigen Mehrlingen (mehr als
Zwillinge) zu verhindern.
Diese Schwangerschaften sind mit einer massiven psychischen
Belastung für die betroffenen Paare, einem hohen
volkswirtschaftlichen Einsatz und einem enormen Risiko für die
Kinder, an einem Handikap zu leiden, verbunden.
Die gesetzlichen Voraussetzungen spielen bei der Entscheidung, wie
viele Embryonen transferiert werden, eine nicht unwesentliche Rolle.
In Ländern, wo IVF/ICSI vom Staat bezahlt werden, lässt sich eine
Reduktion der Anzahl der Embryonen, die transferiert werden,
leichter umsetzen als dort, wo die Leistung privat erbracht werden
muss. Um eine möglichst hohe Schwangerschaftschance zu erreichen,
werden auch von den Eltern häufig Mehrlinge in Kauf genommen. Die
Behandelnden müssen bei Schwangerschaftsraten, die unter dem
geforderten Limit (in Österreich 18 % pro Follikelpunktion) liegen,
befürchten, ihre Genehmigung zu verlieren und transferieren aus
diesem Grund zu viele Embryonen.
Vor allem in den Vereinigten Staaten wird daher der Fetozid als
Maßnahme zur Reduktion der Mehrlingshäufigkeit akzeptiert und breit
eingesetzt. Für Österreich ist dieses Vorgehen vor allem aus
ethischen Gründen, aber auch wegen der massiven psychischen
Belastungen für das Paar, strikt abzulehnen. Ein Aspekt, der in
diesem Zusammenhang auch zu beachten sein wird, ist die mögliche
Weigerung einer Mutter, einen derartigen Eingriff vornehmen zu
lassen, und anschließend Schadenersatzklagen an den behandelnden
Arzt zu richten, wenn Schäden an höhergradigen Mehrlingen
aufgetreten sind und der Transfer mehrerer Embryonen dem Stand der
Wissenschaft widersprochen hat.
Es müssen daher andere Wege gefunden werden, um das Mehrlingsrisiko
zu reduzieren, ohne gleichzeitig eine wesentliche Senkung der
Schwangerschaftsraten zu riskieren. Beispiele aus mehreren
europäischen Ländern haben gezeigt, dass es möglich ist, durch eine
Beschränkung der Zahl der transferierten Embryonen das
Mehrlingsrisiko drastisch zu senken und die Kosten dafür deutlich zu
reduzieren. Ohne eine Änderung der in Österreich derzeit geltenden
Voraussetzungen des IVF-Fonds ist eine generelle Empfehlung zum
Single Embryo Transfer schwer durchsetzbar.
Eine gesetzliche Beschränkung der Anzahl der zu transferierenden
Embryonen verbietet es auch, bei dieser wichtigen Entscheidung die
besonderen Umstände jedes Paares und etwaige zukünftige
Entwicklungen zu berücksichtigen. Die Empfehlungen sollen jedoch den
Freiraum für den unkritischen Transfer einer hohen Anzahl von
Embryonen nehmen. Besondere Bedeutung hat die nachvollziehbare
individualisierte Aufklärung des Paares über den Zusammenhang
zwischen der Anzahl der transferierten Embryonen und dem
Mehrlingsrisiko einerseits und der Schwangerschaftsrate
andererseits. Es ist auch die Aufgabe des betreuenden Teams dem
Wunsch einer Patientin nach dem Transfer einer unpassend hohen
Anzahl an Embryonen mit einer besonderen Aufklärung über die
nachteiligen Konsequenzen zu begegnen.
Die Österreichische IVF Gesellschaft und die Österreichische
Gesellschaft für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie haben sich
daher zu folgender Empfehlung entschlossen:
Empfehlung für die maximale Anzahl zu
transferierender Embryonen
|
Alter
Versuche |
< 35 Jahre |
35-37 Jahre |
38-40 Jahre |
> 40 Jahren |
|
Prognose |
Gut |
Schlecht |
Gut |
Schlecht |
Gut |
Schlecht |
Gut |
Schlecht |
|
Tag 2 oder 3 Embryotransfer |
|
|
1. Versuch |
2 |
3 |
2 |
3 |
2 |
3 |
3 |
4 |
|
2. Versuch |
2 |
3 |
2 |
3 |
3 |
3 |
3 |
4 |
|
≥ 3 Versuche |
2 |
3 |
2 |
3 |
3 |
3 |
3 |
4 |
|
Tag 4 bis 6 Embryotransfer |
|
|
1. Versuch |
1 |
2 |
1 |
2 |
2 |
3 |
2 |
3 |
|
2. Versuch |
1 |
2 |
2 |
3 |
2 |
3 |
2 |
3 |
|
≥ 3 Versuche |
2 |
3 |
2 |
3 |
2 |
3 |
2 |
3 |
1 gute Prognose = gute Embryonen-Qualität (Tag
2/3: 4-8-Zeller A1 bis B2; Tag 5/6: 2 AB oder 2 BA bis 4 AB oder 4
BA), mehrere Embryonen zur Kryokonservierung, bereits 1 Kind
2 schlechte Prognose = schlechte
Embryonenqualität (mindestens 1 Embryo mit Qualität C). In diesen
Fällen kann eine genetische Abklärung (Polkörperdiagnostik) erwogen
werden.
Literatur:
Society for Assisted
Reproductive Technology. Guidelines on the number of embryos
transferred. Fertil Steril 2008; 90: S 163-4
Tiitinen A, Gissle M. Effect
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Tews G, Feichtinger W, Spitzer D, Zech H:
Empfehlungen für die maximale Anzahl zu transferrierender Embryone.
Empfehlungen der Österreichischen Gesellschaft für
Reproduktionsmedizin und Endokrinologie. J Reproduktionsmed
Endokrinol 2006; 4: 292-293
Korrespondenzadresse:
Österreichische Gesellschaft für
Reproduktionsmedizin und Endokrinologie, Univ. Doz. Dr. Dietmar
Spitzer, d.spitzer@salzburg.ivf.at
Österreichische IVF-Gesellschaft, Prim.
Dr. Georg Freude,
office@ivf-gesellschaft.at,
Österreichische Gesellschaft für
Sterilität, Fertilität und Endokrinologie, Univ. Prof. Dr. Wolfgang
Urdl,
wolfgang.urdl@medunigraz.at
OEGRM
Größte interdisziplinäre
wissenschaftliche Vereinigung auf dem Gebiet der
Reproduktionsmedizin in Österreich.
Die Reproduktionsmedizin
und die angrenzenden Fach- gebiete der Reproduktions-
biologie und Reproduktions-
genetik sind junge Arbeits-
gebiete in der Praxis, Klinik,
Lehre und Forschung
die schnellen Fortschritte
der letzten Jahrzehnte in
diesen Disziplinen fordern
die ständige und kritische
Auseinandersetzung
zwischen Klinikern,
Wissenschaftlern und
Gesellschaft heraus!
Die OEGRM bietet das
Forum für diese Diskussionen. |
WER KANN MITGLIED WERDEN?
o Human- oder Veterinärmediziner
o Naturwissenschaftler
o Fachpersonal im Bereich der Reproduktionsmedizin
o Juristische Personen (Vereine, Stiftungen, etc.)
Der Vorstand entscheidet über die Aufnahme.
Für den Mitgliedsbeitrag bieten wir:
o Zeitschrift „Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie“ (4 Hefte pro
Jahr), auch als Online-Version (http://www.kup.at/verlag.htm)
o Regelmäßige wissenschaftliche/standespolitische Information von
Neuigkeiten
per Internet
o Vergünstigungen bei den jährlichen wissenschaftlichen Tagungen |
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ALLGEMEINE ZIELE
o Wissenschaftlicher und klinischer
Informationsaustausch zwischen Gynäkologen, Andrologen, Endokrinologen,
Humangenetikern und Veterinärmedizinern, Biologen
und anderen an den Vorgängen der Reproduktion interessierten
Wissenschaftlern durch gemeinsame Tagungen und
Fortbildungsveranstaltungen
o Nachwuchsförderung an den Universitäten sowie Weiterentwicklung der interdisziplinären Weiterbildung
in der
Reproduktionsmedizin mit Erarbeitung von Weiterbildungsinhalten
o Forschungsförderung für Reproduktionsmedizin, -biologie und –genetik mit Förderung der internationalen
Zusammenarbeit auf wissenschaftlichem Gebiet
o Erarbeitung von Leitlinien sowie von Kriterien zur Qualitätskontrolle
und Qualitätssicherung im Fachgebiet der
Reproduktionsmedizin und benachbarter Disziplinen
o Interessenvertretung derReproduktionsmedizin, -biologie und –genetik und benachbarter Fachgebiete gegenüber
Fachverbänden und berufsständischen Organisationen,
politischen und administrativen Gremien und Förderungs-
institutionen
KURSE-FORTBILDUNG
Andrologie - Fortbildungskurs: "Andrologie
für Reproduktionsmediziner(innen)"
GYNGEN
Workshop: "Genetik
für Gynäkologen, Geburtshelfer, Reproduktionsmediziner und
Neontologen"
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DER MITGLIEDSBEITRAG
Der aktuelle Jahresmitgliedsbeitrag, der nach den Statuten von der
Mitgliedervollversammlung festgesetzt wird, beträgt zur Zeit €
50,00 und inkludiert die Zusendung von
vier Ausgaben der neuen Zeitschrift „Reproduktionsmedizin und
Endokrinologie“.
Bank Austria
IBAN: AT3912000500 948 919 01
BIC: BKAUATWW
Internet:
www.oegrm.at
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Kontakt:
Univ. Doz. Dr.
Dietmar Spitzer
Schriftführer der OEGRM
Schrannengasse 10
A-5020 Salzburg
Tel.: +43-(0)662-875200
Fax: +43 –(0)662-8752004
d.spitzer@medway.at
www.oegrm.at
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